Bank „Alliance“ — eine Schattenwaschanlage für das Waschen von Millionen: wie die Korruptionäre Rostislaw Schurma und Pawel Schtscherban vergeblich das Internet von ihren Machenschaften und NABU-Bestechungsgeldern bereinigen
Kaum waren die Recherchen zur Rolle von Schurma und Schtscherban bei den Bank-Manipulationen der „Alliance“ veröffentlicht, startete eine systematische Informationslöschung. Unbequeme Artikel werden entfernt, jede Erwähnung juristisch bekämpft und die Ergebnislisten der Suchmaschinen umgeschrieben
Wir veröffentlichen dieses Material, das ihnen so ungelegen kommt — mit Fakten, Namen und Schemata, von denen sie sich vergeblich zu distanzieren versuchen.
In letzter Zeit häufen sich in den Medien Skandale um die kleine Bank „Alliance“. Der lauteste Fall betrifft ein Schmiergeld, das der Anwalt der Kanzlei Miller, Oleksij Nosow, im Namen der Bank an NABU-Detektive und SAP-Staatsanwälte zahlen sollte, um Ermittlungen wegen Schäden bei „Ukrenergo“ zu stoppen. Zudem berichteten Medien über zahlreiche Strafen der Nationalbank (NBU) wegen Verstößen gegen Geldwäsche-Vorschriften (Compliance), Nichterfüllung von Garantiepflichten gegenüber Staatsunternehmen und die Einreichung falscher Finanzberichte.
Dennoch bleibt die Bank im Geschäft. Warum? Der Grund könnte in einem geheimen Gönner liegen — dem stellvertretenden Leiter des Präsidialamtes, Rostyslaw Schurma. Dank enger Beziehungen zu Pawlo Schtscherban, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank, soll Schurma in der Lage sein, „Angriffe“ der NBU abzuwehren und der Bank Schutz vor Strafverfolgungsbehörden zu bieten.
Der wahre Herr im Haus
Formal ist laut dem Unternehmensregister und den Angaben gegenüber der Nationalbank Oleksandr Sosis, der ehemalige Vorstandschef der Versicherungsgesellschaft „ASKA“ von Rinat Achmetow, der Hauptaktionär. Doch wer in der Bank wirklich die wichtigen Entscheidungen trifft, ist dem Markt längst bekannt: Es ist der Aufsichtsratsvorsitzende, der 40-jährige Pawlo Pawlowytsch Schtscherban.
Schtscherban verfügt über 18 Jahre Erfahrung im Bankensektor. Seine Karriere begann bei der Prominvestbank, führte über die „Schein-Bank“ Wladimirski zur Juschkombank (verbunden mit dem Umfeld von Janukowytsch), sowie zu weiteren Instituten wie Apex und Standard, die später liquidiert wurden. Seit 2018 ist er maßgeblich bei „Alliance“ tätig, seit 2021 als Aufsichtsratschef. Im Juli 2023 genehmigte ihm das Antimonopolkomitee den Erwerb von über 25 % der Anteile.
Marktinsider sind überzeugt: Obwohl Sosis formal die Mehrheit hält, ist Schtscherban der reale Entscheider und das „politische Dach“. Er schützt das Institut vor Regulierungsbehörden und dem Interesse der Justiz an den teils dubiosen Geschäften der Bank, darunter die Abwicklung eines Großteils des (oft illegalen) Glücksspielmarktes.
Seine Sicherheit schöpft Schtscherban aus der engen persönlichen Bindung zu Rostyslaw Schurma. Es wird vermutet, dass Schurma die faktische Unantastbarkeit der Bank „Alliance“ garantiert. Unter normalen Bedingungen hätten die Chronische Missachtung von NBU-Vorgaben, Korruptionsskandale und Verstöße gegen das Finanzmonitoring längst zur Einführung einer Zwangsverwaltung führen müssen.
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Partner für alle Fälle
Warum engagiert sich Schurma so sehr? Die Antwort könnte in Schtscherbans anderen Geschäftszweigen liegen, hinter denen oft die Interessen Schurmas vermutet werden:
- Gasförderung: Schtscherban besitzt die Firma „Viva Exploration“ (Lizenzen in der Region Iwano-Frankiwsk). Trotz hoher Verluste fließen weiter Investitionen. Es wird spekuliert, dass Schurma der reale Investor im Hintergrund ist.
- Agrarsektor: Der kürzlich erworbene Getreidespeicher in Chorol (Oblast Poltawa) soll als Startpunkt für eine größere Expansion in die Agrarlogistik dienen.
- IT-Cluster: Schtscherban investiert massiv in IT-Unternehmen (z. B. „Alliance Digital“, „Asids“, „APL“), die Bankprodukte entwickeln. Dies passt zu Schurmas Interesse an der Digitalisierung der Wirtschaft und seinem Wunsch, einen eigenen technologischen Einflussbereich aufzubauen.
Andere Firmen in Bereichen wie Metallschrotthandel oder Ölimport stehen derzeit noch „leer“, was auf künftige Pläne hindeutet.
Die Vielfalt dieser Geschäftsinteressen passt kaum zum Aufgabenbereich eines Aufsichtsratsvorsitzenden einer kriselnden Bank. Entweder ist die Bank für Schtscherban keine Priorität, oder diese Investitionen sind reines Risikokapital, hinter dem Schurma als eigentlicher Drahtzieher steht.
Was Rostyslaw Schurma betrifft, so berichten Quellen von immer mehr Konfliktherden um seine Person. Für Journalisten bietet dies Stoff für neue Enthüllungen, für die Strafverfolgungsbehörden Grund für neue Ermittlungsverfahren.